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Pflegende Angehörige in der Strategiesitzung: von 1,77 auf 3,10 Millionen, während das Heim stillsteht

Ich komme in diese Runden oft, während noch über offene Stellen im Heim gesprochen wird. Dann lege ich eine andere Kurve daneben. Die Menschen, die zu Hause allein mit Pflegegeld versorgt werden, sind von 1,77 Millionen auf 3,10 Millionen gewachsen. Die vollstationäre Pflege nicht. Angehörige sind die Gruppe, über die ich danach sprechen will.

Stand:

Warum gehören pflegende Angehörige auf die erste Folie der Sitzung?

Weil die zusätzliche Pflege fast vollständig zu Hause anfällt. Allein mit Pflegegeld, ohne ambulanten Dienst und im Kern durch Angehörige, standen Ende 2017 bei 1,77 Millionen Pflegebedürftigen und 2023 bei 3,10 Millionen, rund 75 Prozent mehr. Vollstationär ging es im selben Fenster von 0,79 auf 0,78 Millionen zurück. Angehörige sind die Zielgruppe, die wächst: als Nachfrager von Entlastung und als Fürsprecher. Auffindbar für ihre Fragen heißt: dabei sein, wenn sie entscheiden.

Für Leitung & Geschäftsführung

  • Allein mit Pflegegeld zu Hause: 1,77 Mio Ende 2017, 3,10 Mio im Jahr 2023, rund +75 Prozent, getragen von Angehörigen.
  • Die vollstationäre Pflege stagnierte im selben Zeitraum (0,79 → 0,78 Mio).
  • Pflegende Angehörige tragen die wachsende Nachfrage – für Entlastungsangebote und als Fürsprecher der Einrichtung.

Die Verschiebung, die ich vor den Beirat lege

Ich beginne nicht mit einem Slogan über „die Familie“. Ich beginne mit zwei Versorgungsformen und vier Zahlen. Zu Hause, nur mit Pflegegeld und ohne ambulanten Dienst, also im Kern durch Angehörige: 1,77 Millionen Ende 2017, 3,10 Millionen 2023. In sechs Jahren sind das rund 75 Prozent mehr. Die vollstationäre Dauerpflege lege ich daneben: 0,79 Millionen, dann 0,78 Millionen. Ein leichter Rückgang, kein Wachstum.

Das Bild, das ich dem Beirat zumute, ist damit eindeutig. Das Wachstum findet zu Hause statt, getragen von Angehörigen. Ein Angebot und eine Kommunikation, die weiterhin nur am Heim ausgerichtet sind, arbeiten an der Kurve, die stillsteht, und übersehen die Kurve, die sich bewegt. Ich verlange nicht, das Heim abzuwerten. Ich verlange, die Sitzungszeit neu zu verteilen.

Quelle im Protokoll ist der BARMER Pflegereport 2025, der die häusliche Pflege und die Pflegegeldbeziehenden auf der Basis des Statistischen Bundesamtes einordnet. Ich ergänze keine eigene Hochrechnung. Die 1,77 Millionen und die 3,10 Millionen reichen, um die Priorität zu verschieben.

Wo die Pflege wächst (2017 → 2023)
Zu Hause, nur Pflegegeld – 20171,77 Mio
Zu Hause, nur Pflegegeld – 20233,10 Mio
Vollstationär – 20170,79 Mio
Vollstationär – 20230,78 Mio

+75 %

mehr zu Hause allein durch Angehörige versorgte Pflegebedürftige (2017–2023)

BARMER Pflegereport 2025, Rothgang u. a., 20. November 2025

Wen ich meine, wenn ich „Angehörige“ sage

Pflegende Angehörige sind in meiner Vorbereitung keine weiche Zielgruppe am Rand der Belegung. Sie treffen die Weichen: Sie organisieren die Versorgung, sie wählen Dienste und Einrichtungen, sie stehen zwischen Beruf, eigener Familie und der Sorge um einen nahen Menschen. Unter diesem Druck suchen sie Unterstützung, oft zuerst digital und oft dann, wenn eine Situation kippt. Wer in diesem Moment nicht auffindbar ist, ist für diese Entscheidung nicht im Raum.

Dem Gremium nenne ich den doppelten Ertrag, damit die Zielgruppe nicht als Social-Media-Thema abgetan wird. Angehörige fragen Entlastung nach. Und sie sprechen über den Träger, im Bekanntenkreis und in Bewertungen. Wer gut begleitet wird, empfiehlt weiter. Manche werden über die Zeit selbst zu Quereinsteigenden. Auslastung, Ruf und Personalgewinnung hängen damit an derselben Gruppe. Sie zu übergehen heißt, den Teil der Nachfrage zu verschenken, der zwischen 2017 und 2023 um rund 75 Prozent gewachsen ist.

Ich trenne in der Sitzung außerdem die Rolle der Angehörigen von der Rolle des ambulanten Dienstes. Die 3,10 Millionen sind Menschen, die ohne ambulanten Dienst, allein mit Pflegegeld, zu Hause versorgt werden. Das ist nicht dasselbe wie ein voll belegter Pflegedienst. Gerade deshalb sind Entlastung, Beratung und ein klarer nächster Schritt das Angebot, das zu dieser Kurve passt, und nicht eine weitere Variante der Heimkampagne.

Welches Angebot ich welcher Frage zuordne

Die Fragen der Angehörigen sind konkreter, als viele Leitungen annehmen. Ich ordne jeder Frage das Angebot zu, das der Träger oft schon hat und nur nicht an der Stelle zeigt, an der gesucht wird. Die Tabelle nimmt genau diese Paare mit in die Sitzung. Sie ist keine neue Produktlinie. Sie ist eine Sichtbarkeitsliste.

Bedürfnis der AngehörigenPassendes Angebot
Stundenweise Entlastung im AlltagTagespflege, Betreuungs- und Entlastungsleistungen
Auszeit bei Urlaub oder KrankheitKurzzeit- und Verhinderungspflege
Orientierung zu Pflegegrad, Leistungen und AnträgenBeratung und verständliche Online-Informationen
Sicherheit, dass gute Pflege möglich istsichtbare Qualität und echte Einblicke

Wenn eine Zeile im Haus nicht existiert, sage ich das laut. Eine Tagespflege, die es nicht gibt, wird nicht durch einen besseren Text ersetzt. Existiert sie, und steht sie nur in einer PDF-Ecke, ist das ein Beschluss für die nächste Sitzung: das vorhandene Angebot an die Frage hängen, die Angehörige tatsächlich stellen. Dieselbe Logik gilt für Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und für die Beratung zu Pflegegrad und Antrag.

Die vier Schritte, die ich nach dem Beschluss erwarte

Angehörige zu erreichen ist keine Kampagne mit einem Startdatum und einem Enddatum. Es ist digitale Grundarbeit: auffindbar sein, wenn jemand in einer belastenden Lage nach einem nächsten Schritt sucht. Die vier Schritte unten sind die Arbeitsliste, die ich nach der Sitzung stehen lasse. Sie machen aus Angeboten, die der Träger schon betreibt, Antworten, die gefunden werden.

Pflegende Angehörige digital erreichen

  1. 1

    Für ihre Fragen auffindbar sein

    Online sichtbar werden für die konkreten Suchanlässe rund um Entlastung, Kurzzeitpflege und die Beantragung eines Pflegegrads.

  2. 2

    Entlastungsangebote sichtbar machen

    Tages-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege klar, verständlich und auffindbar darstellen – nicht in einer PDF-Ecke verstecken.

  3. 3

    In ihrer Sprache sprechen

    Nicht im Fachjargon, sondern entlang der Sorgen und des Alltags der Angehörigen kommunizieren.

  4. 4

    Als Fürsprecher und Brücke nutzen

    Gut begleitete Angehörige empfehlen weiter – und werden manchmal selbst zu Quereinsteigenden. Diese Verbindung bewusst pflegen.

Ich lasse die Leitung jeden Schritt einer verantwortlichen Person zuordnen. Auffindbarkeit ohne Zuständigkeit bleibt eine Folie. Sprache ohne ein konkretes Angebot bleibt Ton. Die Brücke zu Quereinstieg und Empfehlung funktioniert nur, wenn die Begleitung im Alltag hält und nicht nur im Claim der Startseite steht.

Der Beschluss, den ich aus der Kurve ableite

In vielen Häusern sehe ich die digitale Energie fast vollständig auf dem Recruiting liegen. Das ist verständlich und trotzdem schief, solange die Angehörigenkurve von 1,77 auf 3,10 Millionen nicht einmal eine eigene Zeile im Jahresplan hat. Diese Zielgruppe zahlt auf mehrere Ziele gleichzeitig: Auslastung der Entlastungsangebote, Ruf in der Region, und über Empfehlung und Quereinstieg auch auf das Personalthema. Sie als Anhang der Heimkommunikation zu führen, verschenkt genau diese Mehrfachwirkung.

Mein Vorschlag an das Gremium ist eng. Pflegende Angehörige werden als eigene Zielgruppe mit eigenen Fragen und einer eigenen digitalen Sichtbarkeit geführt. Die Kennzahl, an der wir im nächsten Jahr ablesen, ob das ernst gemeint war, ist nicht die Reichweite eines Posts, sondern die Auffindbarkeit der vier Angebote aus der Tabelle. Der Vergleich mit der stillstehenden vollstationären Kurve, 0,79 zu 0,78 Millionen, bleibt die Erinnerung, wo die Nachfrage zwischen Ende 2017 und 2023 tatsächlich gewachsen ist.

Den größeren Rahmen der Pflegebedürftigkeit, das Plus von 2,12 Millionen insgesamt, lege ich bei Bedarf aus dem Beitrag Pflegebedürftigkeit in Zahlen daneben. Den finanziellen Druck, unter dem dieselben Familien entscheiden, aus Was Pflege wirklich kostet. Hier bleibt die strategische Zuspitzung: Die Menschen, die zu Hause allein tragen, sind von 1,77 auf 3,10 Millionen gewachsen. Dort sichtbar zu fehlen, ist eine Entscheidung. Ich empfehle die andere.

Fragen, die der Beirat danach stellt

Warum lege ich pflegende Angehörige in die Strategiesitzung, und nicht nur die Heimbelegung?

Weil die zusätzliche Versorgung fast ganz zu Hause anfällt und Angehörige sie tragen. Allein mit Pflegegeld, ohne ambulanten Dienst, waren es Ende 2017 noch 1,77 Millionen Pflegebedürftige und 2023 schon 3,10 Millionen. Vollstationär bewegte sich derselbe Zeitraum nur von 0,79 auf 0,78 Millionen. Angehörige wählen die Versorgung, sind oft überlastet und suchen Entlastung. Wer sie erreicht, arbeitet an der Gruppe, die wächst.

Wie viele Menschen werden zu Hause ohne ambulanten Dienst versorgt?

Der BARMER Pflegereport 2025 weist für 2023 rund 3,10 Millionen Pflegebedürftige aus, die zu Hause nur Pflegegeld beziehen, also ohne ambulanten Pflegedienst und im Kern durch Angehörige. Ende 2017 lag diese Gruppe bei 1,77 Millionen. In sechs Jahren sind das rund 75 Prozent mehr.

Wonach suchen diese Angehörigen, wenn ich den digitalen Auftritt daran ausrichten soll?

Nach Entlastung und nach einem nächsten Schritt: Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, Beratung zu Pflegegrad und Anträgen, klare Hinweise, wie sich Pflege zu Hause organisieren lässt. Wer für genau diese Fragen auffindbar ist, ist dabei, wenn die Entscheidung fällt.

Welchen doppelten Ertrag nenne ich dem Gremium?

Sie fragen Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege nach. Und sie sprechen über den Träger. Gute Begleitung wird weiterempfohlen, und ein Teil dieser Menschen wechselt über die Zeit selbst in den Quereinstieg. Auslastung, Ruf und Personalgewinnung hängen damit an derselben Gruppe.

So arbeite ich mit diesem Thema in fokus›KI

Die Fragen der Angehörigen auffindbar machen

Die Kurve von 1,77 auf 3,10 Millionen nützt nichts, wenn Tagespflege, Kurzzeitpflege und der Weg zum Pflegegrad digital unsichtbar bleiben. fokus›KI ist die KI-Software, mit der ich Zielgruppen, Suchanlässe und Sichtbarkeit in einem Arbeitsgang halte. Den Rahmen setzt meine SEO- und Sichtbarkeitsberatung.

Primärquelle

  • BARMER Pflegereport 2025 — Häusliche Pflege, Pflegegeldbeziehende und Versorgungsformen 2017–2023 (auf Basis Statistisches Bundesamt)

Datenstand: Juli 2026

Die in diesem Beitrag genannten Statistiken stammen aus geprüften Primärquellen (BARMER Pflegereport 2025) und wurden zuletzt im Juli 2026 überprüft. Neuere Ausgaben der Quellen arbeiten wir bei Erscheinen ein.

Eine Zielgruppe für Belegung und Information, nicht fürs Recruiting

Zu Hause, allein durch Angehörige versorgt: diese Gruppe ist gewachsen, während die Heime stagnierten. Das ist keine Bewerberzielgruppe. Zielgruppen und Personas trennt Bewerbende, Angehörige und Zuweiser. Die Pflegebedürftigkeit in Zahlen liefert die Größe. Lokale SEO ist der Weg, für die Fragen dieser Menschen in der Region gefunden zu werden.

Auffindbarkeit für genau diese Fragen prüft die Sichtbarkeitsberatung.

Giovanni Bruno

Über den Autor

Giovanni Bruno

Geschäftsführender Gesellschafter der fokus digital GmbH, Digitalspezialist und Entwickler der KI-Software fokus›KI (interner Prototyp). Berät seit 2017 Träger im Pflege- und Sozialwesen, von der Karriereseite bis zur Kampagne.