KubA: die Arbeitsorganisation, die § 113c im Alltag zum Laufen bringt
Die Personalbemessung sagt, wie viel Personal welcher Qualifikation eine Einrichtung braucht. Aber ein neuer Personalmix hilft nur, wenn die Arbeit auch danach organisiert wird. Genau das leistet KubA – die kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation. Als Berater erkläre ich, was hinter dem sperrigen Begriff steckt und warum er für Ihr Haus praktischer ist, als er klingt.
Stand:
Was ist KubA – und warum sollte es Sie interessieren?
KubA steht für kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation: ein vom GKV-Spitzenverband erprobtes Konzept, bei dem Aufgaben systematisch nach den Bedürfnissen der Bewohnenden und den tatsächlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden verteilt werden – nicht mehr allein nach formaler Qualifikation. KubA ist damit die praktische Übersetzung von § 113c und PeBeM in den Pflegealltag. Und das Beste: Man kann unabhängig von der aktuellen Personalausstattung sofort beginnen.
Für Leitung & Geschäftsführung
- KubA verteilt Aufgaben nach Bewohnerbedürfnissen und tatsächlichen Kompetenzen – nicht nur nach formaler Qualifikation.
- Sie ist die praktische Übersetzung von § 113c und PeBeM in den Alltag – beide sind eng verzahnt.
- Einführbar mit jeder Personalmenge; ein geschulter KubA-Coach (28 Stunden) begleitet den Prozess.
Was KubA ist – und was sie mit § 113c zu tun hat
Seit 2026 regelt § 113c SGB XI die Personalbemessung neu und beantwortet die Frage, wie viel Personal welcher Qualifikation eine vollstationäre Einrichtung braucht. Damit ist aber erst die halbe Miete bezahlt. Denn ein sinnvoller Personalmix entfaltet seine Wirkung nur, wenn die Arbeit auch entsprechend organisiert wird. Genau diese Lücke schließt KubA.
Der GKV-Spitzenverband hat dazu im Modellprogramm nach § 8 Abs. 3b SGB XI ein Implementationskonzept erproben lassen (Universität Bremen, Rothgang und Darmann-Finck). Der Kern: eine Pflege, die konsequent von den Bedürfnissen der Bewohnenden ausgeht – und die Aufgabenverteilung dann an den Qualifikationen und tatsächlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden ausrichtet. KubA ist damit die praktische Übersetzung dessen, was § 113c und der Qualifikationsmix rechnerisch vorgeben.
QubA und KubA: Qualifikation und Kompetenz
Im Konzept tauchen zwei Begriffe auf, deren Unterschied entscheidend ist. Die QubA – die qualifikations- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation – verteilt Aufgaben nach den formalen Qualifikationen der Mitarbeitenden. Die KubA geht einen Schritt weiter und richtet sie an den tatsächlichen Kompetenzen aus: an dem, was jemand wirklich kann, nicht nur an dem, was das Zeugnis ausweist.
Dieser Unterschied ist mehr als Wortklauberei. Er entscheidet darüber, ob Menschen dort eingesetzt werden, wo sie ihre Stärken tatsächlich ausspielen – ein Gewinn für die Qualität und für die Mitarbeitenden selbst.
| Merkmal | QubA (Vorstufe) | KubA (Zielbild) |
|---|---|---|
| Aufgaben ausgerichtet an | formalen Qualifikationen | tatsächlichen Kompetenzen |
| Immer im Zentrum | Bedürfnisse der Bewohnenden | Bedürfnisse der Bewohnenden |
| Rolle im Prozess | Zwischenstufe | vollständige Zielorganisation |
Warum das für Ihr Haus zählt
Der praktische Nutzen ist erheblich. Wenn Aufgaben nach Kompetenzen verteilt werden, wird die knappe examinierte Fachkraft von dem entlastet, was auch andere gut können – und kann sich auf das konzentrieren, was nur sie leisten darf. Zugleich erhalten Assistenz- und Hilfskräfte echte, sinnvolle Rollen statt Lückenbüßer-Tätigkeiten. Das ist gelebte Wertschätzung – und damit ein starker Hebel für Bindung und Arbeitgebermarke.
Wichtig ist die gute Nachricht am Rande: KubA ist unabhängig von der Personalausstattung einführbar. Kein Haus muss auf die „perfekte" Besetzung warten – man kann mit jeder Personalmenge und jedem Qualifikationsmix beginnen. Wie dünn die Personaldecke real ist, zeigt die Analyse zur Fachkraftquote – ein weiterer Grund, die vorhandenen Kräfte klug einzusetzen.
Der Weg dorthin: zwei Pfade und ein Coach
Das Konzept sieht zwei Umsetzungspfade vor. Beim Pfad „Direkt zur KubA" wird die Kompetenzorientierung von Anfang an verankert – ohne Zwischenschritt, dafür anspruchsvoller. Beim Pfad „Über die QubA zur KubA" baut man zunächst die qualifikationsorientierte Vorstufe auf, um kurzfristig zu entlasten, und erweitert sie später zur KubA. Welcher Weg passt, entscheiden die verantwortliche Person und die Steuerungsgruppe zu Beginn.
In jedem Fall gilt: KubA ist ein tiefer organisatorischer Eingriff, der klare Steuerung und die Beteiligung der Mitarbeitenden braucht. Genau dafür wurde die Rolle des KubA-Coaches (28 Stunden Qualifikation) geschaffen, der den Veränderungsprozess im Haus standardisiert anleitet.
Der Weg zur KubA – in drei Schritten
- 1
Kompetenzen erfassen
Zuerst werden die Qualifikations- und Kompetenzniveaus der Mitarbeitenden systematisch erfasst – die Grundlage für eine neue Aufgabenverteilung.
- 2
Arbeit neu organisieren
Arbeitsorganisation, Pflegeprozess und Bezugspflege werden an den Bedürfnissen der Bewohnenden und den Kompetenzen im Team ausgerichtet.
- 3
Zur KubA zusammenführen
Die Bausteine werden verzahnt – direkt oder über die Vorstufe QubA. Ein geschulter KubA-Coach begleitet den Prozess.
Meine Einordnung: der unterschätzte Zwilling der Personalbemessung
Aus meiner Beratungspraxis sehe ich, dass die Diskussion oft bei der Personalbemessung stehen bleibt – bei den Zahlen. Doch die eigentliche Veränderung liegt in der Organisation der Arbeit. KubA ist der unterschätzte Zwilling von § 113c: weniger spektakulär, aber im Alltag mindestens ebenso wirksam.
Mein Rat: Behandeln Sie KubA nicht als weitere Pflichtübung, sondern als Chance, Ihr Haus attraktiver und wirksamer zu machen. Wer Aufgaben nach echten Kompetenzen verteilt, entlastet die Fachkräfte, gibt allen Qualifikationsniveaus Sinn und stärkt genau die Kultur, die gute Leute hält. Das ist Personalstrategie, die aus einer gesetzlichen Vorgabe einen echten Vorteil macht.
Häufige Fragen
Was bedeutet KubA in der Pflege?
KubA steht für kompetenz- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation. Dabei werden pflegerische Aufgaben systematisch an den tatsächlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden und an den Bedarfen und Bedürfnissen der Bewohnenden ausgerichtet – nicht mehr allein an formaler Qualifikation oder Gewohnheit. Der GKV-Spitzenverband stellt seit 2026 ein Konzept samt Materialien zur Einführung bereit.
Wie hängt KubA mit § 113c und PeBeM zusammen?
KubA ist die praktische Übersetzung von § 113c und PeBeM in den Alltag. Während die Personalbemessung beantwortet, wie viel Personal welcher Qualifikation eine Einrichtung braucht, beantwortet KubA die nächste Frage: Wie muss die Arbeit organisiert werden, damit dieser Personalmix im Alltag wirklich funktioniert? Beide sind eng verzahnt.
Was ist der Unterschied zwischen QubA und KubA?
Die QubA (qualifikations- und bewohnendenorientierte Arbeitsorganisation) ist die Vorstufe: Sie verteilt Aufgaben nach formalen Qualifikationen. Die KubA geht einen Schritt weiter und richtet sie an den tatsächlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden aus. Eine Einrichtung kann direkt zur KubA gehen oder zunächst eine QubA aufbauen und sie später erweitern.
Muss man auf die neue Personalausstattung warten, um KubA einzuführen?
Nein. Das Implementationskonzept ist unabhängig von der Personalausstattung: Einrichtungen können mit jeder Personalmenge und jedem Qualifikationsmix mit der Umsetzung beginnen. Zur Begleitung wurde eigens die Qualifikation eines KubA-Coaches (28 Stunden) entwickelt, der den Veränderungsprozess im Haus anleitet.
So arbeiten Sie mit diesem Thema in fokus>KI
Kompetenzen sichtbar machen – und die Kultur, die daraus entsteht
Eine kompetenzorientierte Organisation ist ein starkes Arbeitgeber-Argument – wenn man sie glaubwürdig nach außen trägt. fokus>KI hilft, genau diese Kultur sichtbar zu machen und die richtigen Menschen darauf aufmerksam zu machen. Den strategischen Rahmen setzt meine Digitalberatung.
Primärquellen
- GKV-Spitzenverband: Implementationskonzept KubA — Offizielles Konzept samt Materialien zur Einführung der KubA
- Abschlussbericht Los 1 (Rothgang et al.) — Forschungsgrundlage des KubA-Konzepts, § 8 Abs. 3b SGB XI
Über den Autor
Giovanni Bruno
Geschäftsführender Gesellschafter der fokus digital GmbH, Digitalspezialist und Entwickler der KI-Software fokus>KI. Berät seit 2017 Träger im Pflege- und Sozialwesen – über 160 Projekte, von der Karriereseite bis zur Millionen-Reichweite.